exhibit A

these are the scars i carry
the scars i had to bear
when misguided people told me
that God couldn’t hear me
and They wouldn’t love me
the scars i had to bear
when hateful people told me
that i couldn’t survive in a world like this
and that i shouldn’t burden them with my existence
there’s nothing beautiful
about battle scars
the beauty lies in the fact
that those scars are faded
spiteful surviving
deathwish abolished
flower’s children with horns
children of God found back from hell
those scars are faded
exhibit A of my survival

dreadful transboy

There’s fear lingering in the words of your brothers in arms.
For what they don’t want to realise, but know subconsciously is
that it doesn’t matter to the man who wants you dead
how you are killed
or what they said
but that you can be killed.

There’s no such thing as forgiving transphobia, selective transphobia.
There’s no such thing as having a better chance for passing „right“
having broader shoulders than the rest, having the thickest beard,
not wearing make-up.
They will not forgive you for existing, no matter how you exist.

You are a threat to your brothers in arms
because you are free and you are you.
You dress yourself in colours and emotions, you paint your face like
your ancestors did.
For your connection with yourself
they envy you.

Be patient, be gentle, please, be yourself.
You’re the mirror they need, the guidance they seek,
you are the one who will, if killed, die their true self.
Your life will not be lived in vain and you happiness, your peace, will scare
transphobes away.
Don’t shrink yourself into the perfect man, stay the perfect you.

For it doesn’t matter to the man who wants you dead
how thin your scars are
how little you loved yourself
or how much of you is just another mask to live a life in pain.
What matters to them is that you can be killed.

things that aren’t so bad

Die Sonne brennt gnadenlos auf mich und meinen Kollegen nieder, als wir uns sein Feuerzeug teilen und Zigarettenasche auf den Gehweg schnipsen. Ich schwitze.

Ich entdecke, wo das Pferd hinatmet, lege meine Hand auf die Stelle und atme mit ihr. Sie lässt sich von mir kraulen und schmiegt sich an mich heran und noch nie in meinem Leben habe ich so viel Heilung in einer Therapiestunde erlebt.

Überall wo ich hingehe, sehe ich Blumen. Meine Therapeutin versucht, keine einzige Blume zu zertreten, als wir zum Pferd gehen.

Abends schlafe ich mit offenem Fenster ein, mein Mann atmet ruhig und kuschelt sich in meine Halsbeuge.

Meine „Später ansehen“ Liste wächst wieder, nachdem ich durch einen Freund daran erinnert wurde, dass sowas ja existiert. Ich freue mich darauf, die Videos in einer ruhigen Minute durchzuschauen.

Ich gehe mit dem Hund spazieren, und sie schmeißt sich bis zu den Augen in die einzige Pfütze, die zu finden ist. Die Dusche danach beklagt sie mit lautem Winseln und Schnaufen.

Das Peeling, das ich nutze, riecht nach Kaffee, und ich will es am liebsten nie wieder von meinem Körper waschen.

Ich wachse, und mit mir der Platz in meinem Körper. Ich schaue in den Spiegel und versuche, mich nicht zu hassen. Es funktioniert, meistens.

Meine Therapeutin erinnert mich daran, feste Pausenzeiten in meine To-Do Listen einzubauen. Sie sieht mich mit sanften Augen an und erinnert mich daran, dass es wichtig ist, sich um mich selbst zu kümmern.

Ich kann nicht weinen, aber ich muss. Es ist okay. Eines Tages kommt die Zeit.

Nach Monaten sehe ich eine Freundin wieder, und wir sitzen an der Oper. Es tut gut, endlich wieder mit ihr zu reden.

Meine Haare stehen nach allen Seiten ab. Ich bitte meinen Mann, meine Seiten nachzuschneiden und er wuschelt mir durch die Haare.

Ich versuche, mich nicht fertigzumachen, weil ich kein Morgenmensch bin. Durchatmen, „Es gibt andere Schlafrhythmen“, weitermachen.

Meine Allergien greifen zwar meine Nerven an, hindern mich aber nicht daran, das Fenster aufzureißen sobald es draußen nach erträglich frischer Luft aussieht.

Ich entdecke einen Youtuber, mit dem ich beinahe bei allem, was er über Essstörungen sagt, übereinstimme. Es hilft mir, abzuschließen und zu reflektieren, ohne getriggert zu werden.

Ich bin noch hier. Nach all den Stolpersteinen, all den Jahren, all den Schmerzen, nachdem ich wieder mit mir zu kämpfen habe gerade, bin ich noch hier.

teepause

„Wie war eure Woche so?“, wird im Gruppenchat gefragt. Ich halte inne, und habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich meine Woche beschreiben soll. Immer wieder so viele Tiefen zwischendrin, Druck mir wehzutun, Migräne-Symptome, Shutdowns und ganz viel Eigentlich-Weinen-Müssen. Das alles kann ich nicht genügend in Worte packen, um es meiner Therapeutin zu schreiben.
Aber es ist okay. Ich bin noch da, und ich lebe noch, und es ist okay.

Das Schlimmste habe ich bereits hinter mir. Diese letzten zwei Wochen waren ein Termin nach dem anderen, und mehr Stress, als ich verarbeiten konnte. Der Job gibt mir eine Konstante, und es tut gut, dort angestellt zu sein. Das Plaudern mit Kollegen, Abarbeiten der E-Mails und Verpacken von Fotos ist beinahe so etwas wie Urlaub. Es gibt mir Zeit, nicht über das Chaos nachdenken zu müssen, das sich überall abspielt.
Noch immer keine Ahnung, wann und wie ich einen Impftermin bekommen kann. Meine Betreuerin ist gerade im Urlaub, aber nächste Woche steht es definitiv auf meinem Plan, Recherche mit ihr vorzunehmen. Ich brauche diese Impfung, um mich endlich wieder sicher genug zu fühlen. Kassel hat gezeigt, dass ich mich auf das Verständnis von Menschen nicht verlassen kann. Jeder denkt an sich, und wenn keiner an den Anderen denkt – naja, dann verrecken halt einige, aber das ist ja nicht deren Problem, nicht wahr?
Fickt euch doch alle.
Es gibt Einiges mit der Krankenkasse zu klären, wie das nunmal ist, wenn man chronisch krank ist und endlich die verdiente Hilfe in Anspruch nimmt. Die man leider als absoluter Geringstverdiener nicht einfach mal aus der eigenen Tasche zahlen kann.

Ich halte mich an kleinen Erfolgen fest. Mit einem fremden Betreuer einkaufen gehen, Fortschritte in der Therapie, duschen gehen, sich nicht selbst verletzen und stattdessen schreiben, Texte formen, zur Arbeit gehen, stolz auf Kleinigkeiten sein.

Trotzdem scheint alles meinen Brustkorb zu erdrücken, und jeden Morgen fällt mir das Atmen unter den Angstzuständen schwerer. Ich laufe vor Etwas weg, das ich nicht erkennen kann, und ich will nicht anhalten, um herauszufinden, was es ist. Die haut für Familie, Soziales und das Helfen von Freunden fehlt. Alles schmerzt, und wenn Mama lauter wird, verdrehe ich nicht die Augen wie sonst mittlerweile, sondern möchte wieder weinen, wie damals. Ich zucke zusammen, wenn meine Chefin am Telefon lauter wird, weil sie ihren Gesprächspartner nicht verstehen kann und es ihm somit signalisiert. Ich habe Angst, dass meine Therapeutin mich zu etwas zwingen könnte, nachdem ich 3 Jahre lang eine vollkommen gegenteilige Erfahrung gemacht habe.

Ehrlich. Ich weiß nicht wie es mir geht. Ich lebe, und damit hat es sich. Der Rest wird schon irgendwann folgen, schätze ich.

hate fuck

there’s disgust
like sweat
glimmering on your chest

the sun is burning
and i am alive
and you want me dead

there’s nothing poetic about
that
heartless mouth fuck

your saliva left on my cheek
white teeth blistering in the light
burning sensation in my crotch

where you touched me
scratched and left marks
clawed your wet fingers into my pride

make it hurt
make me beg
make me realise how much you hate me

tell me, really
i might forget
while your hand nestles your fingers deeper into me

why do you hesitate?

hate fuck me
like you did
before

or don’t ever do it again

sinner’s secret

Du sagst,
ich soll mich nicht verführen lassen, nicht vom Apfel abbeißen.
Du sagst,
die Sünde tropft mir die Fingerspitzen hinunter, aber du kannst mich noch retten, ich muss mich nur Gott zuwenden.
Du sagst all dies,
und du sprichst mit solcher Überzeugung, dass ich mitleidig lächeln muss. Deine Verblendung ist beinahe respektlos, doch die Wut in mir keimt schon lange, und ist unberührt von all deinen Fehlleitungen.

Reich mir nicht die Hand,
wenn du nicht riskieren willst, dass ich dich zu mir zerre.
Greif nicht nach dem Apfel,
wenn du nicht riskieren willst, dass Gott dir seine Macht demonstriert.
Sieh mir nicht in die Augen,
wenn du nicht zu Stein erstarren willst.

Du weißt nicht, wer ich bin. Und doch tanzt du einen Akt, spielst eine Melodie ab, die dich glauben lässt du kennst mich, weil du die Sünder kennst. Was du nicht weißt ist, dass ich sie beschütze. Ich liebe sie, und ich versichere ihnen, wie sehr Gott sie liebt. Du handelst nicht in Seinem Namen, du handelst aus Egosismus. Deine fehlgeleitete Angst auf eine Hölle, die nicht existiert, muss projiziert werden auf Unschuldige, damit du nicht von Innen heraus verbrennst.

Du sagst,
ich soll mich nicht verführen lassen.
Ich rate dir,
dich nicht von deinem Egoismus leiten zu lassen, denn ich werde dich bestrafen,
und ich werde dir zeigen, dass die einzige Hölle die existiert, in dir selbst schlummert.

Du musst nur aufhören, wegzuschauen.

love letter to the shy boy

Weißt du, dass du aussiehst, als hättest du Schmerzen, wenn du wütend bist?
Es steht dir auch nicht mehr sonderlich gut. Ich weiß, wie sehr dir eigentlich an der Welt liegt. Und dass die Schmerzen echt sind, nicht nur die Wut. Egal wie oft das vorkommen sollte, ich liebe dich. Vergiss das nicht, was eh unwahrscheinlich ist, denn ich werde es dir immer und immer wieder sagen, bis zum letzten Atemzug.
Und wenn du es doch einmal vergisst, werde ich das spüren.
Ich liebe dich.

Du bist süß, weißt du? Du hast Angst mir wehzutun? Beim Spielen?
Ehrlich gesagt hat mir bis jetzt niemand wehgetan, der es zuvor nicht wirklich wollte. Und dort wurde ich nicht danach gefragt. Dort wurde nicht gefragt, wie es mir geht, nach jedem Schlag, und ich liebe, dass du fragst, denn es zeigt, wie sehr du dich kümmerst. Du kannst mir nicht wehtun, wenn du nicht willst. Vertrau dir und deinem Instinkt, du weißt eigentlich ganz genau, wohin und wie weit du gehen musst, nicht wahr?

Du wärst ein guter Barista, glaube ich. Nur schade, dass du Kaffee so sehr hasst.

Wenn du mich gedankenverloren anschaust, und ich nichts als Wärme und Liebe in deinen Augen finde, möchte ich manchmal einfach ein bisschen weinen. Es macht mich traurig, dass du denkst, du bist nicht gut genug. Dabei bist du alles, wonach ich je gefragt habe und alles, wovon ich je geträumt habe. Du bist so viel mehr als genug.

Du bist Aufwachen neben einer geliebten Person, du bist Familie, du bist Beschützer, du bist der Schwarztee morgens wenn ich mich grummelig wieder unter die Bettdecke schiebe. Du bist mein Lieblingsessen, gekocht mit Sorgfalt, und der Nachtisch aus gefrorenem Obst und Joghurt. Du bist Tanzen zur Lieblingsmusik, in der eigenen kleinen Wohnung, und dann Aneinanderkuscheln und zusammen wegdösen. Du bist Streiten im Ikea, auf der Couch schlafen, und morgens beim Kaffee machen weinen und sich wieder vertragen.

Ich liebe dich so sehr, dass es wehtut.
Du Idiot.

M.

Erkenntnisse des Tages

Eine Woche mit absolut randvollem Terminplan, kurz nach einer Zahn-Op ist nicht sonderlich ratsam. Und auch, wenn man den Sonntag bei der Mutter verbringt, mit der man niemals zuvor ein besseres Verhältnis hatte, und den Neffen wiedersieht, ist das ein emotional extrem anstrengendes Verfangen. Besonders wenn man Dinge erkennt, die man eigentlich lieber von sich weggeschoben hätte.
Ach ja, und Schlafstörungen kann man übrigens auch nicht einfach mal drei Tage lang ignorieren, und Eisentabletten sollte man auch weiter nehmen, wenn es einem wieder gut geht, man aber keine Überdosis-Anzeichen erkennt. Und man kann auch leider nicht überall auf einmal sein, auch wenn man das immernoch gerne wäre. Die Trigger vom Ärzte-Tauma damals sind noch da und funktionieren einwandfrei, wer hätte es gedacht, man kann die Triggerworte nicht einfach ignorieren, lol.

Nur so als kleine Infos am Rande, falls das irgendjemandem noch nicht bewusst war.

Naja, ich schließe meinen erzwungenermaßen krankgemeldeten Tag jetzt mit Kimchi Shoyu Ramen und einem Horrorfillm und ganz ganz ganz viel Kuscheln ab. Und natürlich Zocken, das darf man nicht vergessen.
Ich hab den Tag über versucht, ein wenig aktiv zu werden, mich aber nicht zu überfordern. Ergebnis war, dass ich es gerade mal geschafft habe die Wäsche abzuhängen, zu falten, und mit dem Hund spazieren zu gehen. Eigentlich wollte ich den Schreibtisch abräumen und neu organisieren, aber das muss wohl bis morgen nach der Therapie warten. Oder vielleicht auch einfach vor der Therapie, damit ich mich am Schreibtisch dann auch wohler fühle, wenn ich meine Therapeutin wieder sehe.

Achja. Kann eben nicht immer alles toll sein, wie meine Mama zu sagen pflegt.

don’t forget to drink your anger

du speihst mir deine lethargie vor die füße und trinkst mich aus. während du dir genüsslich meine wut von den lippen leckst, lächelst du. es tropft dir vom kinn, denke ich. fang es auf.
fang es auf, verschwende es nicht.
meine wut nährt nicht nur dich.
du bist nicht der einzige, der mich austrinkt.
bitte, fang es auf, schätze es.

im dunkel der nacht verschwindest du, gesättigt wie ein fetter wurm gräbst du dich wieder in die erde. verschüttest meine emotionen. zurück bleibt ein anstandsgeschenk, orange-schimmernd im halbdunkel.
ich schäle die mandarine.
ich teile sie auf, in acht teile, gleich groß.
und während der duft mir in die nase zieht
versuche ich zu vergessen, wie leer ich dank dir bin.
wie wenig ich dir wert bin.

du nimmst mich als trophäe wahr, der freak der leicht rumzukriegen ist. ich bin nichts weiter als ein ausstellungsstück in einem museum, in welchem ich bekämpft werde von allen seiten.
vergiss nicht zu trinken.
die wut geht sonst verloren.
nicht verschütten.
wer weiß, wann ich dich das nächste mal ran lasse.